3 Sep, 07 > 9 Sep, 07
20 Aug, 07 > 26 Aug, 07
13 Aug, 07 > 19 Aug, 07
2 Jul, 07 > 8 Jul, 07
25 Jun, 07 > 1 Jul, 07
11 Jun, 07 > 17 Jun, 07
4 Jun, 07 > 10 Jun, 07
28 May, 07 > 3 Jun, 07
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7 May, 07 > 13 May, 07
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23 Apr, 07 > 29 Apr, 07
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2 Apr, 07 > 8 Apr, 07
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12 Mar, 07 > 18 Mar, 07
5 Mar, 07 > 11 Mar, 07
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19 Feb, 07 > 25 Feb, 07
5 Feb, 07 > 11 Feb, 07
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15 Jan, 07 > 21 Jan, 07
8 Jan, 07 > 14 Jan, 07
1 Jan, 07 > 7 Jan, 07
25 Dec, 06 > 31 Dec, 06
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4 Dec, 06 > 10 Dec, 06
27 Nov, 06 > 3 Dec, 06
20 Nov, 06 > 26 Nov, 06
13 Nov, 06 > 19 Nov, 06
6 Nov, 06 > 12 Nov, 06
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2 Oct, 06 > 8 Oct, 06
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11 Sep, 06 > 17 Sep, 06
28 Aug, 06 > 3 Sep, 06
7 Aug, 06 > 13 Aug, 06
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3 Jul, 06 > 9 Jul, 06
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5 Jun, 06 > 11 Jun, 06
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6 Mar, 06 > 12 Mar, 06
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GREGOR BRAND : LIBER PHILOSOPHICUS
Sunday, 23 October 2005
Jaspers und das Meer
Karl Jaspers, der gro?e - uber 1, 90 m - niedersachsische Philosoph, war ein Bewunderer des Meeres. Das Meer war ihm anschauliche Gegenwart des Unendlichen. "Das Meer zu sehen, wurde fur mich das Herrlichste, das es in der Natur gibt." Ja, das Meer ist herrlich - auch wenn sich unter seiner wildschonen Oberflache unendliche Grausamkeiten und taglich Millionen von Toden abspielen und seine Wellen unendlichen Schmutz und Ekel glanzvoll verbergen. Ja, das Meer ist wirklich ein Symbol der Unendlichkeit und Ewigkeit.
Rechtfertigung des Theismus
Wenn der Glaube an Gott nur dazu dienen und tatsachlich dazu fuhren wurde, dass ein Kind lernt, Hochachtung und Bescheidenheit vor etwas Gro?em mit Liebe zu diesem Gro?en zu verbinden, dann ware der Theismus schon mindestens halb gerechtfertigt.
Die Zahigkeit Voltaires
Voltaire war ein au?erordentlich zaher Mensch, meinte Goethe bewundernd. In der Tat: Wer, wie Voltaire, in seinem Leben Millionen Worter schreiben kann, muss uber eine sehr dauerhafte Konstitution verfugen, egal, wie oft und wie lange er in seinem Leben krank gewesen ist.
Friday, 7 October 2005
Mode und Philosophie
Das Philosophieren von Modeschopfern ist fur die Welt nicht wichtiger als von Philosophen entworfene Moden.
Monday, 26 September 2005
Nietzsches Lieblingswort
Nietzsches Fans hatten sich vornehmen sollen, nie sein Lieblingswort "vornehm" zu benutzen. Das ware nobel von ihnen gewesen.
Sunday, 25 September 2005
Geist
Wer an das Geistige nicht glaubt, gleicht den Tieren. Er hat alles verloren und nichts mehr zu verlieren.
Gloria derivata
Goethe lernte im Leben Tausende von Menschen persönlich kennen. Wär ich einer von ihnen, tät mich schon längst ein Lexikon leise nennen.
Tuesday, 20 September 2005
Four aphorisms
Love makes blind and hate makes deaf. Some prominent people really deserve their fame. Nothing should be politically correct what is biologically incorrect. God doesn't like wolves that don't like meat.
Monday, 19 September 2005
Kein Mensch konnte
Kein Mensch konnte die Gotter leugnen. Wenn diese es ihm nicht vorher erlaubt hatten.
Monday, 5 September 2005
Eine autogene Wahrheit
Der Nervenarzt Johannes Heinrich Schultz, Vater des autogenen Trainings, erkannte schon vor vielen Jahrzehnten: "Die Erbforschung mu? an sich immer auf den ganzen Menschen abgestellt sein, denn es ist sicherer wissenschaftlicher Besitz ihrer Erfahrung, da? nicht nur au?erliche sichtbare korperliche Merkmale, sondern auch die seelische Personlichkeit diesen Gesetzma?igkeiten grundsatzlich unterliegt." ("Die seelische Gesunderhaltung unter besonderer Berucksichtigung der Kriegsverhaltnisse". 1942) Gleichgultig, wie man zum autogenen Training, zu Schultz oder seiner Zeit steht: Er hat eine zentral richtige und im Zeichen neuerer und neuester genetischer Studien hochaktuelle Erkenntnis ausgesprochen, ohne die man im Bildungswesen zu keinen wirklichen Fortschritten kommt, sondern nur im Dunkeln wandern kann. Wer die starke genetische Komponente des Seelischen im Allgemeinen und der Intelligenz im Besonderen nicht zur Kenntnis nimmt, der muss schwere bildungspolitische Fehler machen, die sich dann auch okonomisch und zivilisatorisch - und damit auch politisch - verhangnisvoll auswirken und auswirken werden.
Sunday, 4 September 2005
Haus Europa
Der Begriff vom "Haus Europa" ist in den vergangenen Jahren wieder etwas in den Hintergrund getreten, nachdem er seit Mitte der Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts zeitweise sehr oft verwendet wurde. Diese starke Verbreitung lag wohl zum erheblichen Teil auch an Gorbatschow, in dessen Rhetorik der Terminus eine wichtige Rolle spielte. E. Crome hat darauf hingewiesen, dass Gorbatschow mit diesem Begriff auf eine gewisse sowjetische Tradition zuruckgreifen konnte, weil auch Leonid Breschnew den Begriff Anfang der 1980er Jahre, also am Ende seiner Jahre, schon einmal verwendet hatte. Angeblich ging dabei die Verwendung des Begriffs durch Breschnew auf den au?enpolitischen Experten des ZK der KPdSU, Wadim Sagladin, zuruck. Was jedoch weder Crome noch einer der vielen Politiker, die die Idee des gemeinsamen Hauses Europa zustimmend im Munde fuhrten und fuhren, erwahnten - vermutlich, weil sie es nicht wissen - ist, dass der Ausdruck als politischer Begriff vermutlich auf Adolf Hitler zuruckgeht. Jedenfalls hatte Hitler in seiner Reichstagsrede vom 7. Marz 1936 von Europa als einem "Haus" gesprochen, in dem die europaischen Nationen als "Familie" wohnen. Nach Auffassung des Staatsrechters und politischen Philosophen Carl Schmitt, der zu jener Zeit noch als einer ma?geblichen Interpreten des NS-Staates galt, handelte "es sich hier nicht um irgendeine der auch fruher vorkommenden Redewendungen von der 'famille des nations', sondern um die bewu?te Fundierung einer neuen europaischen Ordnung auf den Geist der Gemeinschaft und Verwandtschaft der europaischen Volker." (Carl Schmitt: Die siebente Wandlung des Genfer Volkerbundes (1936). In: Carl Schmitt: Positionen und Begriffe im Kampf mit Weimar - Genf - Versailles 1923 - 1939, 1940). Wenn man dies wei?, dann bleibt es nicht aus, dass man beim zeitgenossischen und zukunftigen Reden vom "Haus Europa" auch immer an Hitler - denken muss und denken sollte.
Friday, 2 September 2005
Notiz zum deutschen Geburtendefizit
Wer nicht die Chromosomen der Zukunft hat, wird auch nicht die Kultur und die Zivilisation der Zukunft haben.
Beruhmtheit und Nichtberuhmtheit
Gottfried Benn, der selbst zu den beruhmtesten deutschen Dichtern des 20. Jahrhunderts gehort - obwohl ihn vermutlich nicht mehr als 5 Prozent der Deutschen "kennen", schrieb uber den bekanntesten deutschen Dichter des Mittelalters: " Oder Walther von der Vogelweide: der war nicht nur vergessen, sondern vollig und absolut unbekannt, sein Name lag uberhaupt gar nicht vor, bis Uhland 1822 die beruhmte Biographie uber ihn schrieb, und nun wurde er mit einem Schlag der gro?te Lyriker des Mittelalters." Wenn Walther so unbekannt war, wie kam dann Uhland dazu, eine Biographie uber ihn zu schreiben? Man sollte niemanden, der in Lexika erwahnt ist und zumindest einigen Gebildeten bekannt ist, "unbekannt" nennen. Wenn es um Hochkultur geht, konnte es fur die Frage der "Bekanntheit" noch nie auf das Wissen der Bevolkerungsmehrheit ankommen; dies gilt heute mehr denn je. Davon abgesehen, kann man gerade im Medienzeitalter gar nicht oft genug auf den Unterschied von Beruhmtheit und Beachtlichkeit hinweisen.
Monday, 29 August 2005
Glauben und Wissen
Gott ist unbegreiflich, aber noch unbegreiflicher erscheint mir, mit welcher oft dreisten Selbstverstandlichkeit sich die Gottesleugner auf die Seite der Wissenden im Gegensatz zu den angeblich nur Glaubenden stellen. Ist nicht das weitaus Meiste, was Atheisten zu wissen glauben, nichts als Glauben? Alles, was in der Menschheitsgeschichte passiert ist, konnen wir nur Historikern, Archaologen etc. GLAUBEN - da wir weder bei Waterloo noch bei Crecy noch bei Tours und Poitiers dabei waren. Und was die wissenschaftlichen Erkenntnisse ergeht: Ich habe noch keinen einzigen Neandertaler erblickt, keinen Homo erectus beobachtet, kein Y-Chromosom gesehen, keinen Quasar, keine Milchstra?e (nur in schonen klaren Nachten viele helle Punkte am Himmel). Gibt es die Pest wirklich? Mir ist noch kein Pestkranker begegnet. Hat Mozart gelebt? Ich habe noch nie jemanden solchen Namens getroffen. Ich muss und kann in all diesen - und in MILLIONEN anderen – Fallen nur: GLAUBEN. Vielen musste dies eigentlich klar sein: Dass man aus eigenem Erleben (dessen Realitat naturlich auch anzweifelbar ist, aber davon mal abgesehen ... ) nur sehr, sehr wenig wei?, dass man in fast allem darauf angewiesen ist, zu GLAUBEN (Sind unsere Eltern wirklich unsere Eltern? Wer von uns hat schon einen Gentest machen lassen?). Es ist eine recht kleine, aber zumindest im „Westen“ einflussreiche Minderheit unter den Menschen, die ist sich sicher, ihr Leben auf Wissen statt auf Glauben aufzubauen. Dabei scheinen diese „Wissenden“ noch nicht einmal zu wissen, dass sie lediglich glauben, viel zu wissen. Dass viele Europaer im Allgemeinen und deutsche Abiturienten/Studierende im Besonderen nicht mehr an Gott glauben, beunruhigt mich wenig. Mehr Sorgen macht mir da schon der Gedanke, dass Gott aufgehort haben konnte, an diese Menschen zu glauben.
Ahistorische Historie
Es ist immer leicht zu behaupten, etwas Vergangenes sei nur dort moglich gewesen, wo es tatsachlich stattfand. Wenn jemand darauf erwidert, so etwas sei auch anderswo moglich gewesen, dann wird man immer darauf verweisen konnen, dass im zweiten Fall die Lage zumindest teilweise anders war. Jedes historische Geschehen ist selbstverstandlich exakt so, wie es tatsachlich stattfand, auf keine andere Situation deckungsgleich zu ubertragen, weil es das tatsachliche Geschehen eben nur einmal in dieser konkreten Form gab. Jede Geschichte ist gleichzeitig besonders und unbesonders. Die deutsche Geschichte, einschlie?lich ihrer nationalsozialistischen Phase, hat genau so, wie sie stattfand, in der Tat nur in Deutschland stattgefunden. Aber: Diktatur, politischen Terror, aberwitzige Weltanschauungen oder Religionen sowie die gezielte Liquidation von Einzelnen und Kollektiven hat es in vielen Staaten gegeben und kann es potenziell in jedem Land geben. Eine faschistische Diktatur hatte sich nicht nur in Deutschland etabliert, eine kommunistische auch nicht. Massenmorde gro?ten Umfangs fanden im maoistischen Cghina ebenso wie in der leninistisch-stalinistischen Sowjetunion statt – hier z. B. an den Kulaken oder in den Drei?iger Jahren an den Ukrainern, auch an Wolgadeutschen, Tschetschenen und anderen Volkerschaften. Im kommunistischen Nachkriegsrumanien sind eine Millionen Menschen ermordet worden, in anderen kommunistischen Staaten nicht weniger. Was speziell den Westen angeht (Wo fangt und wo fing der in Europa eigentlich an?): Das demokratische, wenn auch monarchische, Belgien hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter seinem Konig Leopold - wie gerade in den letzten Jahren ans Bewusstsein der interessierten Offentlichkeit gekommen ist - im Kongo bis zum Ende seiner Kolonialzeit mindestens zehn Millionen Menschen auf dem Gewissen. Und das demokratische England? Hat es sein Empire, das einmal ein Viertel der Erde umfasste, mittels Pazifismus und auf der Basis friedlicher Volksabstimmungen aufgebaut? Wie uberglucklich waren die Hunderte von Millionen Indern, als sie Teil des ach so demokratischen britischen Empire werden konnten? Wie glucklich die ausgehungerten Iren? Und die englische breite Bevolkerung - hatte sie etwa politisch gro?ere Macht als die deutschen "Untertanen" nach 1848? Mehr als zwei Millionen Algerier sind lange nach dem 2. Weltkrieg vom ruhmvoll demokratischen Frankreich mit seiner superschonen revolutionaren Tradition umgebracht worden ... Und in den Jahrzehnten vorher von der gleichen Nation der Aufklarer wie viele "Indochinesen"? Haben die Niederlande ihr Kolonialreich in Indonesien mit dem Verschenken von Gouda und Tulpen aufgebaut? Ich hoffe, niemand kommt auf die absurde Idee, ich wollte mit dem Hinweis auf solche Fakten irgendein Verbrechen rechtfertigen, was von Deutschen begangen wurde. Aber ich finde, die aus den Weltanschauungskampfen des 19. und 20. Jahrhunderts stammenden Legenden von den zu nichts Bosem fahigen Demokratien und den zu nur ein bisschen Schlimmem fahigen vielen guten Europaern einerseits und den zu allem Bosen fahigen Deutschen andererseits - diese ahistorischen Marchen sollten nicht auch noch im 21. Jahrhundert weiter erzahlt werden.
Saturday, 27 August 2005
Three aphorisms
Many errors seem to stay forever young. Sometimes the naked belly of a girl can make the easiest mathematical task nearly unsolvable. Genius is always on the brink of death, while mediocrity is immortal.
Thursday, 25 August 2005
Indoeuropaisch
Jim Terman, der Vater des eminenten Psychologen und Intelligenzforschers Lewis M. Terman und Gro?vater des herausragenden Elektronikpioniers Fred Terman, war ein einfacher Farmer in Indiana. Die bauerlichen Pflichten in seinem Haus und auf seinem Hof, wo der spatere Stanfordprofessor Lewis nahezu ohne Bucher aufwuchs, waren auf die Familienmitglieder verteilt wie in uralten indoeuropaischen Zeiten und wie zu meiner Jugendzeit in der bauerlichen Eifel.
Saturday, 20 August 2005
Die Sprache der Ausschlie?lichkeit
Emil Cioran gehort zu jenen Denkern, die gern in der Sprache der Ausschlie?lichkeit schreiben: Begriffe wie "alle", "jeder", "alles", "keiner" werden oft gebraucht. Das starkt zwar die rhetorische Wirksamkeit und erweckt leichter den Eindruck uberlegenen Selbstbewusstseins,aber es lasst auch den Verdacht mangelnder Differenzierungsfahigkeit oder mangelnden Differenzierungswillens aufkommen. Beides waren Mangel, die man nicht mit gro?erer Abstraktionsfahigkeit verwechseln sollte.
Monday, 18 July 2005
Staatliche Mumien
Hitler bezeichnete in seinem Werk "Mein Kampf" die Donaumonarchie, die nicht nur seinem Vater Arbeit, Brot und Karrieremoglichkeiten gegeben hatte, im Ruckblick als "staatliche Mumie". Wenn Osterreich-Ungarn eine staatliche Mumie war, dann war der Hitler-Staat ein Zombie, ein lebender Toter. Hitler warf der Habsburgermonarchie vor, der angeblichen "Ausrottung" des Deutschtums in ihrem Herrschaftsbereich keinen Widerstand geleistet zu haben. Sein eigener Staat war - nicht nur, was was die Vernichtung von deutscher Kultur und deutscher Bevolkerung in Mitteleuropa angeht - verheerender als es tausend Jahre Osterreich-Ungarn je hatten sein konnen. Das Deutschtum in vielen Gebieten Osterreich-Ungarns, z. B. in Siebenburgen, ist nicht aufgrund bosen Willens der Habsburger zuruckgegangen, sondern infolge der wesentlich niedrigeren Geburtenraten der Deutschen im Vergleich zu den mit ihnen im gleichen Raum konkurrierenden Volker. Selber keine Kinder zu wollen, aber das Uberhandnehmen von "Fremden" zu verteufeln - das hat weder im 20. Jahrhundert zusammengepasst noch ist es uberzeugend im 21. Jahrhundert.
Sunday, 17 July 2005
Herrscherliche Totungslust
Viele europaische Herrscher - von frankischen Monarchen bis zu rumanischen Kommunisten - waren bekannt dafur, dass sie von unma?iger -und deswegen auch unweidmannischer - Jagdlust erfullt waren und Tiere hekatombenweise abknallten. So schreibt Ruth von Mayenburg, eine Freundin des gro?en Elias Canetti, uber zwei deutschsprachige Kaiser beziehungsweise Kaiserkandidaten des 20. Jahrhunderts: "Franz Ferdinands Treibjagden in Sudbohmen waren namlich wegen der Unzahl erbarmungslos abgeknallten Wildes beruchtigt, und da mein Vater damals (und auch spater) eine fuhrende Rolle im Osterreichischen Jagdschutzverband spielte, verabscheute er deswegen den schie?wutigen hohen Herrn ebenso wie den deutschen Kaiser Wilhelm II., dem man das gleiche unjagerische Benehmen nachsagte." (zitiert in Sven Hanuscheks Canetti-Biographie). Ein weiterer deutsch-osterreichischer Herrscher, als Staatsoberhaupt einer der Nachfolger von Wilhelm II., hielt es dagegen nicht fur notig, seine Totungslust auf dem Umweg uber Tiere auszuleben und wurde zum gnadenlosen Treibjager und Massenmorder von Menschen.
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