Schubladen, in die jemand gesteckt wird, lassen sich leichter von au?en als von innen offnen.
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GREGOR BRAND : LIBER PHILOSOPHICUS
Sunday, 5 June 2005
Schubladen
Schubladen, in die jemand gesteckt wird, lassen sich leichter von au?en als von innen offnen.
Deus pastor
Fur Gott, den Hirten des Seins, sind Mensch und Tier, Tau, Tropfen, Mond, Mandeln und Mythen, Himmel und Erde, sanfte Schafe der gleichen Herde.
Posted by Gregor Brand
at 1:59 AM BST
Updated: Sunday, 5 June 2005 2:04 AM BST Permalink | Share This Post Saturday, 4 June 2005
Walder Nornepygge
Walder Nornepygge, der hochbegabt-hilflos-hoffnungslose Titelheld aus Max Brods Roman "Schlo? Nornepygge", dachte: "Ja, wer das konnte! Nur bewu?tlos dreinschlagen, von aller Logik unbeirrt!" Hatte er immer so gedacht, so hatte er die besten Voraussetzungen gehabt, um sowohl Durchschnittsburger als auch Nazi zu werden.
Posted by Gregor Brand
at 11:08 PM BST
Updated: Saturday, 4 June 2005 11:12 PM BST Permalink | Share This Post
Die Sicht des Philosophen
Der Blick des Philosophen auf die Welt sollte in erster Linie weder mikro- noch makroskopisch, sondern mesoskopisch sein.
Volkerwanderungszeit
Waren das nicht jene Jahrhunderte, als Genies noch in Reihengrabern und nicht in Massengrabern beerdigt wurden?
Pascal und Nietzsche
Blaise Pascal schrieb seine "Gedanken", um definitiv zu beweisen, dass man gleichzeitig genialer Mathematiker und durchschnittlicher Philosoph und Schriftsteller sein kann. Friedrich Nietzsche demonstrierte demgegenuber, dass man zur gleichen Zeit einer der intelligentesten Anreger der Philosophie und mathematischer Analphabet sein kann. Nietzsches mathematische Leistungen wurden schlie?lich nur noch von denen des schlauen Staatsmannes Helmut Kohl unterboten.
Posted by Gregor Brand
at 6:50 PM BST
Updated: Saturday, 4 June 2005 7:12 PM BST Permalink | Share This Post
Intelligenz und Intelligenztest
Diejenigen hochintelligenten Menschen, die sich vom Ergebnis eines Intelligenztests dazu verleiten lassen, sich fur dumm zu halten, die sind es wirklich.
Thursday, 2 June 2005
Spatestens
Spatestens seit dem 20. Dezember 1968 ist Literatur brodlose Kunst.
Posted by Gregor Brand
at 1:02 AM BST
Updated: Saturday, 4 June 2005 7:03 PM BST Permalink | Share This Post Wednesday, 1 June 2005
Deutz 11 PS
Zu den unvergesslichen Worten meines guten Vaters gehoren seine Traktorate.
Posted by Gregor Brand
at 10:46 PM BST
Updated: Saturday, 4 June 2005 7:05 PM BST Permalink | Share This Post
Regen
Wer bei einem nachtlichen Landregen im Fruhsommer kein Gefuhl von Dankbarkeit empfinden kann, ist: falsch erzogen.
Posted by Gregor Brand
at 8:47 AM BST
Updated: Wednesday, 1 June 2005 10:52 PM BST Permalink | Share This Post Monday, 30 May 2005
Nicolas Gomez Davila und Gregor Brand
Wurde ich sagen, dass Gomez Davila ein besserer Aphoristiker und Philosoph ist als ich, dann ware ich ein bescheidener grandioser Lugner.
Saturday, 28 May 2005
Zur Vererblichkeit von Intelligenz
Es gibt zahlreiche und ausgedehnte Zwillings- und Adoptionsstudien zur Frage der Vererblichkeit von Intelligenz. Bei den Zwillingsstudien sind bisher insgesamt in verschiedenen Landern uber jeweils 5000 eineiige und 5000 zweieiige Zwillingspaare untersucht worden. Diese Untersuchungen an Zwillingen und anderen Verwandten haben unter anderem folgende Ergebnisse gebracht: 1) Die Korrelation der Intelligenztestwerte von eineiigen Zwillingen ist extrem hoch. Oder anders ausgedruckt: Bei gemeinsam aufgewachsenen eineiigen – im Gegensatz zu genetisch weniger ubereijnstimmenden zweieiigen - Zwillingen kann man praktisch keine Intelligenzunterschiede feststellen. Dazu passen neuere gehirntomographische Untersuchungen (z. B. von Prof. P. Thompson), die feststellen, dass die Gehirne von eineiigen Zwillingen nahezu gleich sind (z. B. was den Anteil von grauer und wei?er Gehirnsubstanz betrifft). Bei getrennt aufgewachsenen monozygoten Zwillingen ist die Ubereinstimmung bei den IQ-Werten nur ganz geringfugig kleiner. 2) Getrennt (in verschiedenen Familien, manchmal sogar verschiedenen Landern) aufgewachsene eineiige Zwillinge sind sich in ihren IQ-Werten trotz unterschiedlicher Lebensbedingungen ahnlicher als zusammen aufgewachsene zweieiige Zwillinge oder "normale" Geschwister. 3) Die Ahnlichkeit der IQ-Werte von Zwillingen nimmt mit zunehmendem Lebensalter nicht ab, sondern zu, obwohl der Anteil der gemeinsamen Umwelt und der ahnlichen Lebensweise immer geringer wird Aus diesen und anderen Forschungen wird geschlossen, dass der Anteil der Gene auf die Auspragung der Intelligenz mit zunehmendem Alter gro?er wird. 4) Die IQ-Korrelationen von Verwandten entsprechen dem Grad der Verwandtschaft, unabhangig davon, ob die Verwandten in gemeinsamer Umgebung aufgewachsen sind oder nicht. Das hei?t beispielsweise : Getrennt aufgewachsene Geschwister sind sich in ihrer Intelligenz ahnlicher als in gleicher Familie erzogene Cousins. Was die Adoptionsstudien betrifft, so zeigen sie unter anderem folgende Ergebnisse: 1) Adoptivkinder sind in ihrer Intelligenz nach Abschluss des Wachstums ihren biologischen Eltern (und Geschwistern) weitaus ahnlicher als ihren Adoptiveltern (und Adoptivgeschwistern), selbst wenn sie im Sauglingsalter adoptiert wurden und in der Adoptivfamilie aufgewachsen sind. 2) Die Ahnlichkeit von Adoptivkindern mit den leiblichen Verwandten nimmt mit zunehmendem Alter erstaunlicherweise sogar zu, obwohl die in der Adoptivfamilie gemeinsam verbrachte Zeit ja angestiegen ist. Das hei?t: Adoptivgeschwister, die beispielsweise vom 1. bis zum 18. Lebensjahr in der gleichen Familie aufwachsen, werden sich dennoch intelligenzma?ig immer unahnlicher. Mit 18 korrelieren die IQ-Werte von Adoptivkindern zu ihren Adoptiveltern- und geschwistern kaum starker als mit anderen, ihnen uberhaupt nicht verwandten Personen - ganz im Gegensatz zur Situation gegenuber ihren leiblichen Verwandten, mit denen sie keine gemeinsame Umwelt teilten. Man konnte noch wesentlich mehr Ergebnisse aus den Adoptions- und Zwillingsstudien aufzahlen, die aber alle in die gleiche Richtung gehen: Der Grad der Intelligenz als der Leistungsfahigkeit des Gehirns hangt in erster Linie von genetischen Faktoren ab.
Wednesday, 25 May 2005
Das Leben lebt
Das Leben lebt von Bildern. Menschen sind Jager, Menschen sind Beute. Und alle wildern.
Uber die Romer
Am 22. Juni 1968 notierte Cioran den luziferischen Satz: "La seule valeur a laquelle je crois est la liberte." Cioran verkundete dieses Lob der Freiheit in einer Sprache, die ebenso wie seine rumanische Muttersprache wesentlich auf romischem Schwert und Liktorenbundeln gegrundet war. Max Brod, dem Freiheit nicht weniger wichtig war als Cioran, sprach in seinem philosophischen Werk "Von der Unsterblichkeit der Seele" (1969) von den "fluchwurdigen Romern" - was ihn mit Hannibal eng verbindet und von Cioran weit trennt.
Tuesday, 24 May 2005
Vater
Ernst Junger spricht in seinen Aufzeichnungen sehr positiv von seinem Vater, dessen Geburtstages er stets gedenke. Junger war froh, einen Vater gehabt zu haben und er war froh, gerade diesen Vater gehabt zu haben. Welch ein erfrischender Unterschied zu dem eloquent parlierenden Geschwatz des hochbegabten Jean-Paul Sartre in ?Les Mots?, der quasi vaterlos aufwuchs und aus dieser Not noch Jahrzehnte spater mit aller intellektuellen Gewalt eine Tugend machen wollte! Was die Haltung gegenuber den Vatern angeht, so bin ich jedenfalls Junger ungleich naher als diesem franzosischen Philosophen, der die Vaterlosigkeit offenbar so hoch schatzte, dass er selbst nicht Vater werden wollte - aber vielleicht konnte er es einfach auch nicht. Sartre mochte noch so viel und noch so Schlaues schreiben: Einen ganz wesentlichen Aspekt sinnvollen Lebens scheint er nicht begriffen zu haben.
Posted by Gregor Brand
at 8:09 PM BST
Updated: Tuesday, 24 May 2005 8:12 PM BST Permalink | Share This Post Sunday, 15 May 2005
Notiz zu Oscar Wilde
Auch Menschen, die wissen, dass sie immer richtig angezogen waren, konnen das Gefuhl haben, dass sie das Meiste in ihrem Leben falsch gemacht haben.
Thursday, 12 May 2005
Politphilosophisches Epigramm
Hitler war kein Carl Schmittler.
Schonheit und Mahnung
Ex divina pulchritudine esse omnium derivatur: Das Sein von allem leitet sich aus der gottlichen Schonheit ab. Ware dieser Gedanke des heiligen Thomas von Aquin auch eine passende Inschrift fur eine der Stelen des heute der Offentlichkeit zuganglich gemachten Holocaust-Mahnmals in Berlin?
Posted by Gregor Brand
at 2:44 PM BST
Updated: Thursday, 12 May 2005 2:48 PM BST Permalink | Share This Post Wednesday, 11 May 2005
Deutsche Zukunft
Der Historiker - oder doch eher Publizist? - Joachim Fest meint in einem Interview, das deutsche Volk habe keine Vergangenheit mehr und konne deswegen auch keine Zukunft mehr haben. Andere deutsche Intellektuelle meinen anscheinend eher, die Deutschen hatten zuviel Vergangenheit als dass sie Zukunft haben konnten. Die Deutschen werden so viel Zukunft haben, wie sie wollen.
Ein judisches Problem
Seit fast 2000 Jahren ist auch dies ein judisches Problem: Jedes uberzeugende Argument eines Juden gegen das Christentum erzeugt eher einen Antisemiten als einen Antichristen.
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