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GREGOR BRAND : LIBER PHILOSOPHICUS
Friday, 26 March 2004
Ja und Nein
Zum Jasager wird man erzogen, zum Neinsager wird man geboren.


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Posted by Gregor Brand at 7:28 PM GMT
Updated: Wednesday, 14 April 2004 9:50 AM BST
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Das Alter der Gedanken
Jungere Gedanken sind nur ausnahmsweise neue Gedanken.

Posted by Gregor Brand at 7:24 PM GMT
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Jugend und Alter
Der Jugend kann man, wenn man Gluck hat, lebend entkommen, dem Alter aber nicht.

Posted by Gregor Brand at 7:22 PM GMT
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Weltsprachen
Weltsprachen sind diejenigen Sprachen, an denen am meisten Blut und Sperma klebt.

Posted by Gregor Brand at 7:19 PM GMT
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Thursday, 25 March 2004
Adorno und Henning
Adornos mutterliche Gro?mutter war eine geborene Henning. Und schrieb er nicht oft so - von seinem Reden ganz zu schweigen - , als sei er mehr ein Henning als ein Adorno oder Wiesengrund?

Posted by Gregor Brand at 9:26 AM GMT
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Heiliger blauer Krieg
Die Mehrzahl der Europaer wurde weit eher fur Alkohol
als fur das Christentum in einen heiligen Krieg ziehen.

Posted by Gregor Brand at 9:19 AM GMT
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Monday, 15 March 2004
Antikes Heidentum
Es spricht wahrlich nicht gegen eine Religion, wenn Philosophen und Bauern ihre letzten Anhanger sind.

Posted by Gregor Brand at 12:38 PM GMT
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Verwehtes Geschlecht
In Ernst Jungers Aufzeichnungen ?Siebzig verweht? spielt Sexuelles nur eine geringe Rolle. Gewiss, der Verfasser jener Aufzeichnungen war damals ein uber siebzig Jahre alter Mann, aber dies scheint mir keine ausreichende Erklarung fur das scheinbare erotische Desinteresse sein. Hat Junger wirklich nicht mehr an Sex und Eros gedacht? Hat sein Leben derart wenig sexuelle Bezuge gehabt? Oder schrieb er ein anderes Tagebuch, ein geheimeres, in dem er beispielsweise seine erotischen Phantasien festhielt? Fuhrte er, wie so viele Manner und Frauen, ein solches geheimes Tagebuch nur im Kopf? Jedenfalls schrieb er anscheinend nirgendwo viel zu diesem Thema.

In alten Filmen, nicht nur Western, haben die mannlichen Helden nur eine minimale Sexualitat. So ahnlich wird es wohl auch bei dem Weltkriegshelden Ernst Junger gewesen sein. Oder verhielt es sich bei ihm gar wie bei dem fruheren indischen Premierminister Desai, der mit unverkennbarem Stolz behauptete, seit etwa Mitte Drei?ig sexuell enthaltsam zu leben? Immerhin wurde auch er, wie Junger, sehr alt.


Posted by Gregor Brand at 12:35 PM GMT
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Friday, 5 March 2004

Jedes Hormon hat seine eigene Philosophie und seine eigene Religion.

Kein gro?er Denkschatz ohne gro?en Wortschatz. Kein gro?er Wortschatz ohne starkes Gedachtnis.

Posted by Gregor Brand at 8:46 PM GMT
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Thursday, 19 February 2004
Judische Intelligenz I

Constantin von Briesen, in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts Landrat in Merzig/Saar, berichtete:
?Es lohnt der Muhe, die hiesige Judenschule zu besuchen, um sich zu uberzeugen, wie der ganze Unterricht der Judenknaben auf Bildung einer uberlegenen Gedachtnis- und Auffassungsgabe berechnet ist. Ganze Geschichten wissen diese Kinder wortlich herzusagen und losen die schwierigsten praktischen Rechenaufgaben, welche andere kaum in einer halben Stunde auf Papier berechnen wurden, innerhalb weniger Sekunden im Kopf ...?.

Im Jahr 1825 schrieb der evangelische Superintendent und Schulinspektor des Kreises Simmern uber die judischen Schuler in Gemunden: ? Was den Unterricht der israelitischen Jugend betrifft, so geht dieselbe hie und da in die evangelischen Schulen. In Gemunden war es eine bedeutende Zahl und es ist erstaunlich, wie weit es die Kinder unter der Leitung des Lehrers Ludwig schon gebracht haben und es ist vorauszusehen, da? sie bei ihrem angeborenen Mutterwitz und der leichten Auffassungsgabe, welche dieselben besitzen, bald die vorzuglichsten der Schulen sein werden....?

Posted by Gregor Brand at 2:06 AM GMT
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Monday, 16 February 2004

Auch mehr als 200 Jahre nach dem Tod Immanuel Kants kommen die meisten Menschen nie uber unkategorische Infinitive hinaus.

Durch allzu gro?e Klugheit fuhlt sich die Welt schnell obruiert.

Widerschweigen ist oft viel unertraglicher als Widersprechen.

Posted by Gregor Brand at 2:35 AM GMT
Updated: Monday, 16 February 2004 2:41 AM GMT
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Saturday, 7 February 2004
Three aphorisms
Evil people live on the surface of life.

If someone is a perfect fool, he will only be perfect, when he is a fool.

Some geniuses have no time to be a genius.



Posted by Gregor Brand at 2:29 AM GMT
Updated: Saturday, 7 February 2004 2:34 AM GMT
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Nach der Hoffnung
Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber die Illusion zuallerletzt.

Posted by Gregor Brand at 2:11 AM GMT
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Sunday, 4 January 2004
Nietzsches Wort gegen die Originalen
Friedrich Nietzsche meinte, wenn sich die Kunst in den abgetragendsten Stoff kleide, erkenne man sie am besten als Kunst. Mir dagegen scheint es umgekehrt zu sein: Selbst die gro?te Kunst ist im abgetragenen Stoff nur schwer auszumachen. Wer das schabige Kleid sieht, fragt meistens schon gar nicht mehr nach dem Inhalt. Dies gilt ganz gewiss fur die wenig gebildete Masse und es ist wenig zweifelhaft, ob fur Nietzsche selbst etwas anderes gegolten hat. An welcher Stelle und bei wem hat er denn Kunst im abgetragenen Stoff erkannt? Die Manner, deren Werk er superlativisch zu preisen beliebte, erstrahlten durchweg im hellen Glanz der Beruhmthei und ihre Kleider waren als alles andere als abgetragen.

Posted by Gregor Brand at 9:42 PM GMT
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Dichter der Eifel
Peter Zirbes (1825 - 1901) aus meinem Heimat-Landkreis Bernkastel-Wittlich gilt als der erste Dichter der Eifel. Wie wird der letzte Eifeldichter hei?en? Und wie derjenige in der Mitte zwischen Anfang und Ende? Und wie - was schlie?lich am wichtigsten ist - der beste?

Posted by Gregor Brand at 9:26 PM GMT
Updated: Sunday, 4 January 2004 9:31 PM GMT
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Thursday, 25 December 2003
Ausrottende Naturvolker
Uber die Grausamkeit europaischer Hochzivilisationen gegenuber Menschen und Tieren hat man im 20. Jahrhundert so viel geschrieben wie nie zuvor. Die Kritik an den europiden Zivilisationen wurde vor allem von zahlreichen Wei?en philosophisch, politisch, soziologisch, psychologisch und auf viele andere Weisen untersucht und vorgetragen. Dies hat bei Millionen von Europaern und Nordamerikanern zu der Vorstellung gefuhrt, andere Zivilisationen seien den europaischstammigen zwar meist technologisch unterlegen, dafur aber weiser und behutsamer in ihrem Umgang mit der Natur. Fur solche Spatrousseauisten mussen etliche Forschungsergebnisse des spaten zwanzigsten Jahrhunderts und des fruhen dritten Jahrtausends einigerma?en niederschmetternd wirken: Untersuchungen wie etwa die des Geochronologen Gifford Miller, wonach die australischen Aborigines bei ihrer Besiedlung des Kontinents mehr als drei Viertel aller gro?eren australischen Tierarten ausgerottet haben. Wahrscheinlich, wie Gifford vermutet, nicht gezielt, aber doch als Folge ihrer ausgedehnten Brandrodungen. Auch die nordamerikanischen Indianer oder die voreuropaischen Osterinsulaner haben verheerend unter den gro?en Tieren ihrer Lebensraume gewutet. Es ist gut, dass mittlerweile ab und zu ? sogar an Weihnachten - fragmentarisch daruber auch in Fernsehdokumentationen berichtet wird; solche Berichte sind zumindest kleine Ansatze zum Abbau des weit verbreiteten antieuropiden Rassismus.

Posted by Gregor Brand at 8:12 PM GMT
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Wednesday, 24 December 2003
Und umgekehrt
Ach, wie viele Juden haben ihr Genie vergoydet!


Posted by Gregor Brand at 10:01 PM GMT
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Frommigkeit
Fromm ist, wer weder das Leben noch den Tod fur Zeitverschwendung halt.


Posted by Gregor Brand at 9:57 PM GMT
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Der Wert des Christentums
Selbst manche Pfarrer wissen heutzutage zugunsten des Christentums nur anzufuhren, dass der Islam noch viel schlimmer ware.

Posted by Gregor Brand at 3:23 AM GMT
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Samuel Hirsch und die Religion der Freiheit
Der gro?e und doch so unbekannte judische Reformrabbiner und Philosoph Samuel Hirsch (1815 - 1889), Spross des Trierer Landes wie sein Zeitgenosse Karl Marx, lehnte alle Versuche, den Menschen ausschlie?lich als Naturwesen zu erklaren, als heidnisch ab. Fur ihn besteht ein entscheidender Unterschied zwischen judischer Religion und allen anderen Anschauungen darin, dass der judische Glauben den Menschen fur wirklich und essentiell frei halt. Dabei bedeutet Freiheit in diesem Zusammenhang, dass die menschlichen Handlungen nicht allein aus seiner Stellung als Naturwesen erklarbar sind. Sie sind es nicht deshalb nicht ? wie heute wohl die Meisten glauben -, weil uns das Wissen um samtlichen naturliche Einflusse auf unser Denken und Tun fehlt, sondern weil der Mensch ? wie die sinaitische Offenbarung und jede richtige Philosophie lehren - prinzipiell frei und damit letztlich unberechenbar ist. Muss nach der hirschschen Auffassung jede Naturwissenschaft also zwangslaufig heidnisch sein? Keineswegs. Denn es ist durchaus vorstellbar, immer weiter und immer gezielter nach naturlichen Einflussen und Grunden fur das menschliche Handeln zu suchen, aber dennoch davon auszugehen, dass diese Faktoren niemals alles erklaren konnen. Die meisten der Naturwissenschaftler im westlichen Zivilisationskreis sind allerdings Heiden im Sinn der Terminologie von Hirsch: Ob sie sich nun als Juden, Christen oder Atheisten bezeichnen, sie gehen davon aus, dass man die Welt und den Menschen prinzipiell naturlich-naturwissenschaftlich erklaren kann. Vielleicht bezweifeln einige noch, dass wir in absehbarer Zeit genugend Informationen haben werden fur eine solche umfassende Erklarung, aber sie zweifeln letztlich nicht an der ausschlie?lich naturlichen Erklarbarkeit. Wenn Samuel Hirsch Recht hat mit seiner Sicht der judischen Religion als der Religion der Freiheit, dann sind sehr viele Menschen im Grunde Gegner des religiosen Judentums, ob es ihnen nun bewusst ist oder nicht.

Posted by Gregor Brand at 3:19 AM GMT
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